John Cage – Aslsp

Der japanischen Musik nähert sich John Cage ausgehend von ihren Grundlagen im Zen-Buddhismus und dem Versuch, die Natur in ihrer Wirkungsweise nachzuahmen. Eine Folge ist die Entscheidungsfreiheit des Interpreten: Musikalisches Tempo kann dem inneren Rhythmus angepasst werden. „ASLSP“ steht für „As SLow aS Possible“ – der Interpret ist aber nicht nur frei hinsichtlich des Tempos, sondern auch bezüglich der Dynamik und Registrierung. Toshio Hosokawa, der umgekehrt aus Japan stammt und in Deutschland Komposition studierte, wendet in seinem Orgelstück ästhetische Prinzipien japanischer Tradition sowohl auf westliche wie auch traditionelle japanische Instrumente an und lässt sie sich einander annähern. Eine Brücke zwischen beiden kompositorischen Positionen errichtet der Organist Dominik Susteck durch drei Improvisationen in der Kirche „Kunst-Station Sankt Peter“ in Köln, die räumlich konzipiert sind: durch die tatsächliche Bewegung der Klänge im Raum, vor allem aber, weil die ihnen zugeordneten unterschiedlichen Impulsfolgen klangliche Reliefs, Vorderund, Hintergründe sowie unterschiedlich strukturierte Klang-Räume suggerieren.

John Cage (1912–1992)
Toshio Hosokawa (* 1955)
Frozen Time – Works for Organ
WER 73682 (CD)

John Cage: Organ2/ASLSP für Orgel
Dominik Susteck: Carillon I. *
Toshio Hosokawa: Cloudscape für Orgel
Dominik Susteck: Carillon II. *
Toshio Hosokawa: Sen IV für Orgel
Dominik Susteck: Carillon III. *

* Improvisation für Orgel mit mobilen Midi-Instrumenten von Gerhard Kern
Dominik Susteck: Orgel
Eine Produktion des Deutschlandfunk im Rahmen des Forum neuer Musik 2015